Über uns – Intention des Friends For Life e.V.

Philosophie und Selbstverständnis der Friends For Life

Die Friends For Life, kurz FFL, sind ein 2004 gegründeter gemeinnütziger Verein, der ausschließlich wohltätige Ziele verfolgt. Die ca. 20 Mitglieder kommen überwiegend aus dem Raum Braunschweig. Im Zuge der wachsenden Aufmerksamkeit, die den Aktionen der Friends For Life bundesweit entgegengebracht wird, sind auch Mitglieder aus anderen Regionen Deutschlands hinzugestoßen, so zum Beispiel der Sieger des mehr als 5000 Kilometer langen Transeuropa-Laufs von 2003, Robert Wimmer aus Nürnberg, oder der frühere Mannschafts-Europameister im 24-Stunden-Lauf, Peter Bartel aus Berlin. Für die inhaltlich-konzeptionelle "Schlagkraft" der Friends For Life ist entscheidend, dass die beruflichen Backgrounds der einzelnen Mitglieder eine enorme Spanne abdecken. Vom Physiotherapeuten über den Journalisten bis hin zum Mediziner, zur Psychologin und zum Werbefachmann reicht die Palette, die es dem Verein trotz seiner überschaubaren Größe ermöglicht, die meisten Aktionen ohne Unterstützung von außen auf die Beine zu stellen. Alle Mitglieder leisten ihr sportliches und soziales Engagement "nach Feierabend", sind also voll berufstätig. Das Ausdauertraining muss daher nicht selten am späten Abend oder sogar nachts erfolgen, weil tagsüber die beruflichen und familiären Pflichten im Vordergrund stehen.

Zentrale Aufgabe des Vereins ist es, mit ungewöhnlichen extrem- und ausdauersportlichen Aktionen Mittel für karitative Zwecke zu sammeln und dabei das gegenseitige Verständnis unterschiedlicher sozialer Gruppen zu fördern. Die Aktionen der FFL sind nicht als Addition von Einzelleistungen, sondern dezidiert als Teamkonzept angelegt. Das bedeutet: Jedes Teammitglied bringt seine individuellen Stärken und Fähigkeiten sowohl in die Vorbereitung als auch in die Ausführung der Aktionen ein. Jeder teilnehmende Sportler bereitet sich folglich nicht nur physisch, sondern auch geistig-inhaltlich auf die gemeinsame Aufgabe vor. Die Identifikation aller Beteiligten mit dem Aktionsziel ist dadurch besonders hoch.

Soziales Engagement soll sich nach dem Selbstverständnis der Friends For Life nicht darauf beschränken, Spenden für hilfsbedürftige Personen oder karitative Zwecke einzuwerben. Das Engagement wird vielmehr erst dadurch sozial, dass es zu einem Dialog mit Betroffenen und einer intensiven Auseinandersetzung mit ihrer Situation kommt. Entscheidend ist dabei, dass dies auf Augenhöhe geschieht. Die Friends For Life machen nicht Aktionen für Betroffene, sondern in der Regel mit Betroffenen.

Die Projektpartner bzw. Hilfsbedürftigen werden als absolut gleichberechtigt verstanden, unabhängig von ihren materiellen Möglichkeiten und persönlichen Fähigkeiten. Diese Gleichberechtigung wird vor allem dadurch erreicht, dass der Projektpartner nicht auf die Rolle des Nehmers reduziert wird. Er wird durch aktive Teilhabe an den Aktionen der FFL gleichzeitig auch zum Geber.

Das Paradigma der "Hilfe zur Selbsthilfe" wollen die FFL durch eine neue Akzentsetzung weiterentwickeln. Es geht dem Verein um "Hilfe zur Hilfe". Das soll bedeuten: Projektpartner/Hilfsbedürftige werden nicht nur in die Lage versetzt, sich selbst zu helfen. Sie sollen darüber hinaus die Fähigkeit entwickeln, anderen zu helfen - weitgehend unabhängig davon, wie es ihnen selber geht. Dies erst verleiht den Betroffenen nach Auffassung der FFL das nötige Selbstwertgefühl, um dauerhaft an einer Verbesserung der eigenen Lage arbeiten zu können. Folgende Annahme bildet einen Grundpfeiler des FFL-Konzeptes: Wer fähig ist, anderen eine wie auch immer geartete Hilfe angedeihen zu lassen, der ist Bestandteil der ihn umgebenden Gesellschaft - unabhängig von seinem materiellen und sozialen Status.

Dieses zweigliedrigere Konzept
a) Betroffene als gleichwertige Partner zu behandeln, die nicht nur Nehmer, sondern auch Geber sind, und
b) sie trotz ihrer eigenen Hilfsbedürftigkeit in die Lage zu versetzen, anderen zu helfen
stellt die Kernphilosophie der Friends For Life dar.

Mit diesem emanzipatorischen und dezidiert dialogorientierten Ansatz haben die FFL zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit Township-Projekten in Südafrika große Erfolge erzielt. Die übliche Einbahnstraße wurde dabei verlassen: Geld und gute Worte fließen von Europa in die Dritte Welt, aber nicht umgekehrt. Bei der "Abahlobo-Tour 2006" (das Wort "Abahlobo" aus der Sprache der Xhosa bedeutet Freundschaft) haben Sportler der FFL und Ausdauerathleten aus südafrikanischen Elendsvierteln gemeinsam die Halbwüste des Namaqualandes auf einer 500 Kilometer langen Route läuferisch durchquert. Übernachtet wurde zum Teil in Townships, also bei den Ärmsten der Armen. Nicht nur die Projektpartner in Südafrika haben etwas gewonnen durch die Teilnahme an dem gemeinsamen Projekt. Auch die Mitglieder des FFL-Teams haben auf kulturelllem und sozialem Gebiet viele Erkenntnisse gewonnen, die in die weitere Arbeit des Vereins einfließen werden.

Schon 2007 kam es zu einem "Rückspiel" mit den südafrikansichen Partnern in Deutschland. Anlässlich der "Northern Superlatives Tour" liefen weiße und schwarze Sportler vom Brocken im Harz bis zur Nordspitze der Insel Sylt. In 10 Etappenorten konnten Tausende von Menschen dazu bewegt werden, sich der guten Sache anzuschließen. Sämtliche Erlöse der Tour flossen in Kinderprojekte sowohl in Norddeutschland als auch in Südafrika. Dies entspricht dem Prinzip, die Hilfsbedürftigen (in diesem Fall Sportler aus südafrikanischen Townships) selbst zu Helfern zu machen, und zwar nicht nur zum Wohle der eigenen Bevölkerung, sondern auch zum Nutzen von Kinderprojekten im vergleichsweise wohlhabenden Deutschland (Prinzip der Partnerschaft auf Augenhöhe).

Ihren dialogorientierten und emanzipatorischen Ansatz wollen die Friends For Life 2008 an Hand zweier Projekte fortentwickeln. Zum einen ist eine Aktion mit schwer erziehbaren Jugendlichen geplant. Ihrer sozialen Desorientierung wird ein Projekt entgegengesetzt, das ihre interaktiven Fähigkeiten schulen und ihr Selbstvertrauen durch Bewältigung einer gestellten Aufgabe stärken soll. Bei der "Finde Deinen Weg"-Tour werden die Jugendlichen anlässlich einer Tour auf Sport-Tretrollern ihren Weg von Braunschweig nach Berlin selber finden müssen, begleitet und angeleitet von einigen Mitgliedern der Friends For Life. Übernachtet wird unter freiem Himmel. Am Ende des Projektes sollen die jungen Leute im Alter von 15 bis 17 Jahren sogar in der Lage sein, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an gleichaltrige Betroffene weiterzugeben und eine Vorbildfunktion zu übernehmen. Sie wären dann die diejenigen, die andere motivieren, ihnen Mut machen. Durch ein mehrmonatiges Training unter Anleitung der Friends For Life werden die Jugendlichen an die für sie extrem schwierige Aufgabe herangeführt, denn Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Disziplin sind genau jene Bereiche, mit denen sie in der Regel die allergrößten Probleme haben. Hinzu kommen die körperlichen Defizite, hervorgerufen durch Zigarettenkonsum, Bewegungsarmut und Übergewicht.

Zum anderen ist für 2008 eine Aktion gemeinsam mit Körperbehinderten geplant. Dabei sollen die Teilnehmer, so weit es geht aus eigener Kraft, Orte aufsuchen, an die sie normalerweise nie gelangen würden.
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